Am 28. April fand die erste Begutachtung des Forschungsinstituts Kinderkrebs-Zentrum Hamburg durch den wissenschaftlichen Beirat statt. Jetzt liegt der schriftliche Bericht vor, der die Entwicklung und die Ausrichtung des Forschungsinstituts sehr positiv bewertet.
Ziel der Sitzung des Wissenschaftlichen Beirates (WB) war es, die Gesamtentwicklung des Forschungsinstituts Kinderkrebs-Zentrum Hamburg zu bewerten und Empfehlungen für die nächste Förderperiode abzugeben. Sehr beeindruckt war der WB von dem schnellen Wachstum des Forschungsinstituts. Er sprach dem wissenschaftlichen Leiter, Prof. Dr. Horstmann, und seinen Mitarbeitern für den raschen Fortschritt der Projekte und dem damit verbundenen Anstieg in der Drittmittelfinanzierung seine Anerkennung aus und gratulierte ausdrücklich der Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg e.V., die durch ihre Anschubfinanzierung diese erfolgreiche Entwicklung ermöglicht hat.
Als besondere Chance bewertete der WB die Einrichtung des neuen Schwerpunkts Hirntumorforschung im Zusammenhang mit der klinischen Therapieoptimierungsstudie HIT 2000, die ihren Studiensitz in Hamburg hat. Der WB teilt die Ansicht der Geschäftsführung, dass die Auswahl eines erfahrenen Arbeitsgruppenleiters für den Erfolg des Projektes entscheidend sein wird und hier Zielstrebigkeit aber auch Geduld bei der Suche belohnt werden wird.
Abschließend wurde angeregt, den Wissenschaftlichen Beirat um mindestens ein weiteres Mitglied zu erweitern.
Dem WB gehören Prof. Dr. Reinhard Schneppenheim, Direktor der Klinik und Poliklinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, als Vorsitzender an, sowie Prof. Dr. Heinrich Kovar, Wissenschaftlicher Direktor des Children's Cancer Research Institute (CCRI), Wien, und Prof. Dr. Karl Welte, ehemaliger Leiter der Abteilung Kinderheilkunde, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover und jetzt Inhaber der Niedersachsen-Professur für Molekulare Hämatopoese.
Die familiäre hämophagozytische Lymphohistiozytose (FHL) stellt genetisch eine heterogene Gruppe von Patienten mit einem angeborenen Defekt des Immunsystems dar, deren Ursachen wir im Forschungsinstitut untersuchen. Die Patienten leiden unter einer überschießenden, aber ineffektiven Immunantwort, die oft durch einfache Infektionen ausgelöst werden. Unbehandelt nimmt die Krankheit einen tödlichen Verlauf. Die Identifizierung neuer Gendefekte bei dieser Erkrankung hilft neben einer klaren Indikation zur Knochenmarktransplantation auch die pathophysiologischen Hintergründe dieser Erkrankung besser zu verstehen.
In Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen von Hans Christian Hennies aus Köln, Stefan Ehl aus Freiburg sowie Gillian Griffiths aus Cambridge konnten die Ergebnisse im renomierten "American Journal of Human Genetics" im Oktober 2009 publiziert werden.
Ansprechpartner im Forschungsinstitut ist Dr. Udo zur Stadt. zurstadtkinderkrebs-forschung.de
